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…Und so hat alles begonnen…

Nachdem der erste Anlauf einer Vereinsgründung Ende der 20er Jahre scheiterte, startete der damalige Bankkaufmann Georg Tröster Anfang 1932 einen erneuten Versuch.

Auch wenn die Zeit und die damaligen Umstände nicht gerade günstig waren (Weltwirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, politisch wirre Verhältnisse ), gelang es ihm, zusammen mit einer sportbegeisterten jungen Kornburger Generation sein Vorhaben und seine Ideen dann doch zu verwirklichen.

 

…Offizielle Gründung des TSV Kornburg

 Eigentlich sollte bereits am 5.Mai 1932 die Gründung erfolgen, allerdings konnten dies noch einige Gegner und Störer in der damals einberufenen öffentlichen Versammlung verhindern. Zwei Wochen später war es dann allerdings soweit. Die von Georg Tröster ausgearbeitete Satzung konnte beschlossen und der TSV Kornburg in der Gaststätte Blödel aus der Taufe gehoben werden. Die daran anschließenden Wahlen führten zu folgendem Ergebnis:

1.Vorstand wurde Fritz Höllfritsch,

2.Vorstand wurde Georg Pfeffer,

Schriftführer wurde Georg Tröster,

Turn- und Sportleiter wurden

Gustav Endreß und Leonhard Schäfer

Kassier wurde Peter Stellwag.

                                

…alle Anfänge sind schwer 

Doch noch  Monate später musste sich der neue Verein gegen einen Großteil der Kornburger Bevölkerung und gegen die Lehrerschaft behaupten. Auch von der Gemeinde konnte zunächst keine Unterstützung erwartet werden.

Die Aufnahme in den DTB als eingetragener Verein und die Eintragung ins Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht Schwabach waren aber bereits eingeholt.

  

…erste sportliche Aktivitäten mit bescheidenen Mitteln 

Ein Fußball und ein Faustball waren die ersten „Sportgeräte“. Neben Faustball, spielte vor allem schon der Fußball eine große Rolle, der auch heute noch die Massen anzieht. Wer erinnert sich nicht noch gerne an die fantastische Fußball WM vor einem Jahr in unserem Land ?!

Dank der Unterstützung eines Landwirts konnte zwar nicht in Kornburg, aber dafür in Kleinschwarzenlohe das erste Fußballfeld angelegt werden und somit auch ein erster Spielbetrieb stattfinden. Die Mitgliederzahl war auch inzwischen auf 45 angewachsen, allerdings konnten bei bescheidenen Beiträgen von 50 Pfennigen im Monat, wobei selbst dieser geringe Betrag manches Mitglied überforderte, manch nötige Ausgaben nur über „gnädige“ Spenden finanziert werden.

Doch auch mit diesen bescheidenen Mitteln begann man mit den ersten sportlichen Aktivitäten und führte auch schon Wettkämpfe gegen andere Mannschaften aus.

  

…aktiver TSV in den 30er Jahren 

Da den Vereinsgründern schon von Beginn an ein Turn- und Sportverein vorschwebte, trug der Bau einer Turnhalle im Jahr 1935 natürlich maßgeblich dazu bei, um auch Leichtathletik, Gymnastik und Turnen zu betreiben.

Zu verdanken war dies der Unterstützung des damaligen Vereinswirts Ulrich Blödel, dem Brauhaus Schwabach, dem damaligen Bürgermeister Stocker und natürlich dem Engagement der Mitglieder die hierzu viele freiwillige Stunden ableisteten.

Mit regelmäßigen Theater-, Musik- und Tanzveranstaltungen, sicherte sich der Verein durch Eintrittsgelder und Spenden den Bestand über die nächsten Jahre.

 

Mit einem Turnfest, anlässlich der Fahnenweihe, unter Beteiligung von Nachbarvereinen; einem Umzug durch Kornburg mit Blasmusik, Schauturnen  und einem großen Abschlussball, traten die damaligen Sportler und Vereinsfunktionäre auch erstmals öffentlich in Erscheinung und ließen damit so manchen Zweifler am Bestand des neu gegründeten Vereins verstummen.

 

Der 2. Weltkrieg legte dann allerdings auch in Kornburg den Spiel- und Sportbetrieb lahm und bedrohte die weitere Existenz des noch jungen Vereins.

 

…Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg 

Doch bald nach Ende des schrecklichen Krieges beantragte die neu ernannte Vorstandschaft mit Christof Dotzauer, Georg Pfeffer und Philip Widerspick am 8. Mai 1946 bei der Militärregierung in Schwabach, die Wiederaufnahme des Turn- und Sportbetriebes.

Das „Vereinsvermögen“ betrug damals laut Erklärung des Vorstandes 300 Mark an Bargeld. Dazu hatte der Verein noch Sportgeräte im Wert von 200 Mark, also sehr bescheidene Mittel für die Ausübung sportlicher Aktivitäten.

Neben den bereits genannten Sportkameraden prägten vor allem Karl Baals, Hans Rühl, Karl Hofmann, Peter Stellwag, Gustl Endreß, Martin Rothenbucher, Simon Schmidt und nicht zuletzt Paul Ortner die weitere Entwicklung des Vereins in den Folgejahren.

  

… Aufschwung in den 50iger und 60iger Jahren

Durch intensive Jugendarbeit , in der sich vor allem Ludwig Stellwag, Fritz Höllfritsch, Helmut Dotzer und vor allem Willi Pickel bleibende Verdienste für den TSV erworben haben; den Bau eines Sportplatzes auf angemieteten Pachtgrundstücken  (wer kennt noch den „Keil´s“ und „Wolrab´s“ Sportplatz, mit seinen bescheidenen Dusch- und Umkleideräumen ?) und den Kauf von Grundstücken (finanziert durch Bürgschaften von Mitgliedern, die hierfür mit ihrem eigenen Vermögen hafteten)  für das (heutige) eigene Sportzentrum, trugen zur stetigen Fortentwicklung und zu einer ständig wachsenden Mitgliederzahl bei.

Sportliche Erfolge ließen deshalb auch nicht lange auf sich warten. Vor allem eine starke Jugendfußballmannschaft machten den TSV Kornburg schnell über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

 

…die 4 K´s verwirklichen den Traum der Gründungsväter 

In der Ära Klinger, Kreiselmeier, Kraus und Krüger wurde der lange gehegte Wunsch eines eigenen Sportzentrums endlich zur Wirklichkeit.

Unter tatkräftiger Unterstützung in der Planung durch unser Ehrenmitglied Architekt Wolfgang Dinkler und durch große finanzielle Kraftakte entstand nach und nach das heutige Eigentum unseres Vereins.

In den Jahren 1968-1972 wurden A-Platz, Vereinsgaststätte, Gymnastiksaal und die vier Bundeskegelbahnen in mehreren Bauphasen und durch unzählige freiwillige Helferstunden, fertig gestellt.

Ohne die 21.112 (sofern Bauleiter Kaspar Kraus keine vergessen hat) ehrenamtlich erbrachten Stunden, die finanzielle Unterstützung durch Spenden und zinsgünstige Darlehen, wäre dieses Unterfangen wohl nicht möglich gewesen.

Allein die Helferstunden würden heute einen Gegenwert von 600.000 € darstellen

(Die Vereinsführung wünscht sich dieses Engagement der damaligen Mitglieder  auch bei der Realisierung künftiger Vorhaben von unserer heutigen Generation, denn dann sind auch manchmal Visionen in die Zukunft möglich) .

 

… Geselligkeit im Vereinsleben 

Regelmäßige Veranstaltungen, organisiert durch den Vergnügungsausschuss, u.a. zahlreiche Faschingsbälle, Weihnachtsfeiern, Grillfeste, die Jubiläumsfeiern der Abteilungen und nicht zuletzt die 50- und 60 Jahrfeiern sorgten nicht nur für Abwechslung im Vereinsleben, sondern förderten den Zusammenhalt und waren über viele Jahre ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders unseres Stadtteils.

Leider ist durch mangelndes Interesse unserer Mitglieder und der Bevölkerung , dem Kosten- Nutzen-Effekt und fehlender Unterstützung unseres nach wie vor vorhandenen Vergnügungsausschusses so manche frühere regelmäßige Veranstaltung nicht mehr durchgeführt worden. Eigentlich Schade und ein Appell des Chronisten an die jüngere Generation hier wieder gemeinsam aktiver zu werden !!!! 

Nicht nur in diesem Bereich war Willi Pickel , Ihm gebührt an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank, ein Vorbild für unseren TSV. Willi, früher „unzählige Jahre“ aktiver Fußballer in der Schüler, Jugend und der 1. Mannschaft, hat seinem TSV nun schon fast 60 Jahre die Treue gehalten und  ist auch schon über 50 Jahre in verschiedenen wichtigen  Funktionen aktiv im TSV Kornburg tätig.

Anlässlich der 50- Jahrfeier wurde Ihm durch den BFV für langjährige und herausragende  Jugend- und Vereinsarbeit das Jugendverbandsehrenzeichen in Gold verliehen.

  

… Franz Pesteritz führt den Verein ins 21. Jahrhundert

Als Nachfolger der „Sportheimerbauer“ Harry Klinger (er ist leider viel zu früh verstorben, wird aber immer in den Sportlerherzen verankert bleiben) und unserem Ehrenmitglied Kaspar Kraus, übernahm Franz Pesteritz  1988 die Verantwortung, für den zwischenzeitlich auf nahezu 1.100 Mitglieder gewachsenen Sportverein .

Zusammen mit seinen Vorstandskollegen u.a. Roland Polster, Peter Daucher, Harald Schwarz, Robert Kraus und Birgit Hüber hat unser nunmehr seit 19 Jahren im Amt befindliche erste Vorstand, den TSV im Sinne seiner Vorgänger weitergeführt. 

Trotz erheblicher finanzieller Investitionen, allein die realisierten Erweiterungsbauten am Sportheim, Renovierung Kegelbahn , Bau des Tennisheimes, Sanierung der Sportplätze und Außenanlagen haben weit über eine halbe Million Euro verschlungen. 

Dank  seiner kaufmännischen Fähigkeiten und  der Sparpolitik  (die innerhalb der Abteilungen und seiner Mitglieder nicht immer auf Gegenliebe stoßen) ist unser Verein schuldenfrei und kann aus dieser Sicht auch beruhigt in die Zukunft blicken . 

Sportliche Erfolge, die unseren TSV auch weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht haben sind aus den Berichten unserer Abteilungen zu entnehmen.

 

…Ausblick auf unser Fest  

Ein Festausschuß unter Vorsitz von Helmut Böhm hat in zahlreichen Sitzungen den Rahmen für das 75- jährige Vereinsjubiläum abgesteckt.

Nun liegt es an Ihnen liebe Mitglieder und an der Bevölkerung Kornburg`s und der näheren Umgebung , uns mit ihrem zahlreichen Besuch zu unterstützen, damit wir zusammen mit Ihnen, schöne Stunden auf unserem Sportgelände verbringen können und das Fest zu dem von uns Allen gewünschtem  Erfolg wird und jeder Besucher sagen kann „schoi woars“ !

 

…Danke an die Vorstände, Mitglieder und Gönner

Ich möchte mich bei allen Mitgliedern (auch Ehemaligen), Vorständen, den Abteilungsleitern, den aktiven Sportlern und allen Gönnern bedanken, die in  den vielen Jahrzehnten  den TSV Kornburg unterstützt haben, die ich aber nicht alle einzeln in meinem Bericht namentlich erwähnen konnte. 

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch ganz besonders bei den Mitgliedern, die in diesem Jahr 60 und mehr Jahre dem TSV Kornburg die Treue gehalten haben und nun als besonderen Dank des Vereins und der Vorstandschaft die Ehrenmitgliedschaft im Verein verliehen bekommen.

Hierzu gehört auch H. Jakob Metzner, der in diesem Jahr im Kreise seiner Familie seinen 90. Geburtstag feiern durfte.

Danke und weiterhin beste Gesundheit sagen wir unserem Ehrenmitglied Michael Hertel der am 01.01.1935 unserem TSV beigetreten ist und wenige Tage nach unserem Fest seinen 86. Geburtstag feiern darf.

Besonderer Dank gilt auch der Familie Deinzer für die sehr gute nachbarschaftliche Beziehung und die großzügige Unterstützung seit Bestehen des Sportzentrum´s.

 

Wilhelm Endreß

(2.Vorstand des TSV Kornburg)


 
 
   
 

TSV vom 1932 - heute